Vereinsgeschichte

Der Karneval in Meerbeck hat Tradition. Sie ist um viele Jahre älter als unsere Gesellschaft und beginnt im Jahr 1954. Damals kamen einige Meerbecker Bürger auf die Idee Karneval zu "machen". Diese Idee wurde rasch umgesetzt und unter dem Dach der Pfarrei St. Barbara wurden von nun an Karnevalsveranstaltungen durchgeführt. Diese Veranstaltungen waren von Anfang an ein voller Erfolg und eroberten sich rasch einen Stammplatz im Meerbecker Kulturleben. Sie wurde als Sitzungskarneval durchgeführt und Alt und Jung waren mit Begeisterung dabei, was sicherlich einen Großteil des Erfolges ausmachte.

Doch irgendwann wollte die Pfarrjugend einen anderen Karneval. Ihr genügten die Saalveranstaltungen nicht mehr. Sie wollte auf die Straßen. Sie wollte sich zeigen. Sie wollte am Nelkensamstagszug teilnehmen. Der Wunsch war da, der Wille war da und man hatte die Unterstützung einiger erfahrener Karnevalisten. Man erkundigte sich, wie man entsprechen vorzugehen habe und so kam man

auf die Idee einen Verein zu gründen. Am 30.11.1978 war es dann soweit. An diesem Tag wurde beim Amtsgericht Moers die Karnevalsgesellschaft Lusticana-Barbara Moers-Meerbeck e.V. in das Vereinsregister eingetragen. Erster Präsident dieser neuen Gesellschaft war Leo Gramse.

Wie kam es jedoch zu dem Namen Lusticana-Barbara? Er sollte einen Bezug zum Karneval haben, doch es war nicht leicht. Humor gab es  - die KG Humorica, fideles gab es - die KG Fidelio. Aber lustig war noch keine Gesellschaft. Da man aus Meerbeck und aus der Pfarrjugend kam, sollte auch noch ein Bezug zur Pfarrei St. Barbara gefunden werden. So entstand aus diesen Überlegungen heraus der Name Lusticana-Barbara.

Von Anfang an fanden die Karnevalssitzungen im katholischen Jugendheim an der Lindenstraße statt. Dabei ist es bis heute geblieben.

Und die jungen Karnevalisten hatten Glück. Hans Lechtenböhmer, Senator der Gesellschaft, stellte ihnen zwei Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen sie ihrem Traum "richtigen Karneval" zu machen, ein ganz großes Stück näher kamen. In den Umbau der Fahrzeuge zu Elferratswagen und Senatorenwagen wurden von ihnen sehr viel Zeit und Arbeit investiert,denn schließlich lockte die Teilnahme am Nelkensamstagszug. War es auch manchmal sehr hektisch, die Freude überwog.

Zusätzlich stellte Hans Lechtenböhmer für die Karnevalstage noch einen dritten Wagen, auf dem das jeweilige Sessionsmotto unserer Gesellschaft gebaut wird. Es wurde von Anfang an versucht, die lokalen Ereignisse in Moers zu persiflieren. Unterstützt von Max und Moritz, den Figuren von Wilhelm Busch, schaffte es Hans Lechtenböhmer durch seine Entwürfe für die Sessionsorden und Mottowagen bis heute, Politik und Wirtschaft auf's Korn zunehmen. Man war sich natürlich von vornherein klar, dass man sich den großen, den etablierten Gesellschaften nicht würde vergleichen können und dürfe. Aber das war auch nicht gewollt.
Das erste Vereinslokal war das Wohnzimmer des Präsidenten Leo Gramse. Hier traf sich in den Anfangsjahren der KG Lusticana der Elferrat der Gesellschaft. Obwohl man sich in der gemütlichen Runde sehr wohl fühlte kam der Wunsch auf, ein eigenes Vereinslokal zu haben. Es sollte der Gesellschaft entsprechend in Meerbeck sein und einen Saal haben, in dem Sitzungen abgehalten werden konnten. Und wieder hatten die Karnevalisten Glück. Der "Meerbecker Hof" der Eheleute Brigitte und Hermann Koch auf der Bismarckstraße bot sich geradezu an und beide waren gerne bereit, in ihrer Gaststätte das Vereinslokal der

KG Lusticana aufzunehmen. Diese Verbindung hält bis heute und dafür möchten wir uns recht herzlich bedanken.

Zunächst war unser Verein am Rathaussturm am Altweiberdonnerstag vertreten. Zusätzlich bestand nach dem Sturm die Möglichkeit auf dem Altmarkt den Moerser Bürgern unsere Gesellschaft als auch die Garden zu präsentieren, was natürlich auch sehr gern genutzt wurde.

Da die Karnevalssitzungen der Lusticana von der Bevölkerung so gut angenommen wurden und man auch mit dem Nelkensamstagszug sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, überlegte der Vorstand Karneval auch noch ein anderer Form zu präsentieren .Man startete das Experiment, an dem Freitag vor dem Nelksamstagszug eine Außenveranstaltung durchzuführen. Sie sollte von den bewährten Kräften der Gesellschaft (Garden, Einzelkünstler) gestaltet werden. Es wurde ein voller Erfolg, so dass diese Veranstaltung als Straßenkarneval mittlerweile zur Tradition geworden ist. Nach unserem Wissen ist der Straßenkarneval der KG Lusticana-Barbara die einzige Veranstaltung, die in dieser Form von einem dem Kulturausschuss Grafschafter Karneval angeschlossenen Verein durchgeführt wurde.

Ein Höhepunkt in der damals noch jungen Geschichte der KG Lusticana-Barbara war zweifelsohne die Session 1985/1986. In dieser Session stellte man zum ersten und bisher einzigen Mal das Prinzenpaar des Kulturausschusses Grafschafter Karneval. Es waren Prinz Egon I. (Egon Bockhorst) und Prinzessin Margret I. (Margret Klär). Beide eroberten schnell die Herzen aller Narren, nicht zuletzt durch die Tatsache das Prinz Egon I. auch "Der singende Prinz" genannt wurde.

Die Gesellschaft wuchs schnell. Die Mitgliederstärke stieg auf 77 Personen an, davon 21 Funken (ein Verhältnis von fast 3:1). Dazu haben mit Sicherheit die jährlichen Nikolausfeiern der Funken,das Vereinskegeln sowie die Vereinsausflüge beigetragen.

In der Session 2000/2001 stellte die KG Lusticana-Barbara den Kinderprinzen des Kulturausschusses Grafschafter Karneval. Es war Martin I. (Martin Massarski). Seine Prinzessin war Marina I. (Marina Egerding von der KG Humorica). Beide waren bereits gestandene Karnevalisten. Da es in dieser Session kein großes Prinzenpaar gab, repräsentierten die beiden auch die den Kulturausschuss angehörenden Gesellschaften und Vereine. Diese, vielleicht manchmal anstrengende, aber auch sehr schöne und reizvolle Aufgabe bestanden Martin und Marina jedoch mit Bravour.

In der Session 2008/2009 gab es etwas sehr Erfreuliches für unsere Gesellschaft. Als erster und bisher einziger Präsident der KG-Lusticana-Barbara erhielt Frank Schwenzer für seine Verdienste um den Karneval hier

in Meerbeck den Verdienstorden des "Linksrheinischen Karneval e.V" in Gold.

Damit wurde nicht zuletzt auch seine sehr unkonventionelle und erfrischende Art der Moderation unserer Galasitzungen gewürdigt.

Leider musste jedoch nach langen Jahren mit einer schönen Tradition gebrochen werden. Aufgrund von ständig steigenden Anforderungen (Kosten, Abfallentsorgung) kann der Straßenkarneval nicht mehr durchgeführt werden. Dies bedauern wir sehr.
Das die Gesellschaft augenscheinlich in Meerbeck bis auf die Galasitzung nicht mehr präsent sein sollte, wollte man nicht so einfach hinnehmen. Eine Alternative musste her. Aus dem Kreis der Aktiven und weiterer Mitglieder kam die Idee eine Karnevalssitzung nur für Kinder durchzuführen. Der Vorstand ergriff die Initiative und so gibt es seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Elferrat der KAB St. Barbara den Kinderkarneval im Jugendheim an der Lindenstraße. Diese Veranstaltungen werden mittlerweile bei den jungen und jüngsten Karnevalisten hervorragend angenommen.

Ein Gedanke ist natürlich, die Jugend wieder für die Karnevalsgesellschaften und -vereine hier in Moers zu gewinnen.

Denn - machen wir uns nichts vor - die Jugend ist die Zukunft des Karnevals und nur durch den Nachwuchs kann der Karneval in Moers überleben. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass unsere Gesellschaft von Anfang an auf die

Unterstützung und gute Zusammenarbeit der Meerbecker Werbegemeinschaft bauen konnte.

Nach dem Ausscheiden von Frank Schwenzer, begann für die KG Lusticana ein neuer Abschnitt. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurde eine Frau zur Präsidentin gewählt. Petra Weier übernahm das Amt, das sie Jahre lang als Vizepräsidentin begleitet hat.

Recht herzlichen Dank.

Folgende Präsidenten führten die KG Lusticana-Barbara in den vergangenen Jahren:

Leo Gramse, Egon Bockhorst, Udo Begemann, Ralf Weier, Frank Schwenzer und Petra Weier.


 

Holger Grunert